Treptower Ehrenmal
Sowjetisches Ehrenmal, Treptower Park, Berlin, um 2021; Foto: Eberhard Thonfeld © imago-images
Tagung
Donnerstag, 7.5. – Samstag, 9.5.2026

Zwischen Praxis und Propaganda. Antifaschismen in der DDR

Auch als Live Stream via Zoom. Bitte hier registrieren für:
Donnerstag, 7. Mai
Freitag, 8. Mai
Samstag, 9. Mai

Konzeption: Susan Neiman, Potsdam; Kristen Ghodsee, Philadelphia; Mario Keßler, Potsdam
Inzwischen ist es im vereinigten Deutschland zum Dogma geworden: Der Antifaschismus gehöre zum Gründungsmythos der DDR, in Wirklichkeit aber habe es nur einen verordneten Antifaschismus gegeben, d.h. Bekenntnisformeln, die DDR-Bürger ohne Engagement oder Überzeugung vor sich hinmurmelten. Gegen dieses Dogma sprechen nicht nur die Erfahrungen vieler ehemaligen DDR-Bürger, sondern auch zahllose Vergleiche mit der BRD, wo eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus weitgehend fehlte. Wir gehen davon aus, dass man solche Widersprüche nur verstehen kann, wenn wir von ‚Antifaschismen‘ sprechen.

Mit: Franziska Bomski, Potsdam; Sonia Combe, Berlin; Daniela Dahn, Berlin; Dietmar Dath, Frankfurt a.M./Freiburg; ; Christian Dietrich, Frankfurt a.d.O.; Loren Goldman, Philadelphia; Siegfried Lokatis, Leipzig; Hans Misselwitz, Berlin; Martin Sabrow, Potsdam; Martin Schaad, Berlin; Regina Scheer, Berlin; Detlef Siegfried, Kopenhagen; Penny Von Eschen, Charlottesville; Alexander Walther, Chemnitz; Maria Wiesner, Frankfurt a.M./Freiburg; Benjamin Zachariah, Potsdam

 

Programm

 
Donnerstag, 7.5.26

13:30
Susan Neiman (Potsdam)
Einleitung

Mario Keßler (Berlin)
Die Antifaschismen in der DDR

15:15
Kaffeepause

15:45
Alexander Walther (Chemnitz)
Die Shoah & die DDR. Jüdische Erfahrungen im Antifaschismus?

Detlef Siegfried (Kopenhagen)
Weltrevolution in der DDR. Studierende aus dem globalen Süden an der ‘FDJ-Jugendhochschule Wilhelm Pieck’

17:30
Kaffeepause

18:00
Martin Sabrow (Potsdam)
Der Antifaschismus der “veteran communists” am Beispiel Erich Honeckers

 
Freitag, 8.5.26

11:00
Siegfried Lokatis (Leipzig)
Antifaschismus und Zensur

Daniela Dahn (Berlin)
Was man (nicht) wußte

12:45 Mittagspause

14:30
Regina Scheer (Berlin)
Heimkehr in Ruinen. Remigranten in den ersten Jahren der DDR zwischen Hoffnung, Disziplin und Absturz

Sonia Combe (Berlin)
Alter “Mythos Antifaschismus”, neuer “Mythos Buchenwald” in der Geschichtsschreibung des Antifaschismus. Ein Vergleich.

16:15
Kaffeepause

16:45
Hans Misselwitz (Berlin)
„Herausfordernde Vergangenheit” / Aus Geschichte lernen? Über den Umgang mit „verstörenden Vergangenheiten“

Martin Schaad (Berlin)
Alois und die Eierhandgranate. Eine bayerische Entnazifizierungsposse in drei Aufzügen

18:15
Weinempfang

 

Samstag. 9.5.26

11:00
Dietmar Dath / Maria Wiesner (Frankfurt a.M./ Freiburg)
Dumm dank Dimitroff? Wie dogmatisch marxistisch war der Antifaschismus (in) der DDR?

Franziska Bomski
(Potsdam)
Baseballschlägerjahre. Literarische Reflexionen über Neonazismus und Antifaschismus nach 1990

12:45
Mittagspause

14:30
Loren Goldman (Philadelphia)
Ein unpassender Genosse: Zu Ernst Blochs Stasi-Akt

Christian Dietrich (Frankfurt a.d.O.)
Mörder erziehen. Der Antisemitismusbegriff im Werk von Wolfgang Heise und im Kontext der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

16:15
Kaffeepause

16:45
Benjamin Zachariah (Potsdam)
Anticolonialism, Antifascism, Ostalgie: Remembering the DDR as Zeitzeuge and Historian

Penny Von Eschen (Charlottesville)
Antifascism, DDR Anti-Colonial Solidarity, and African/Diasporic Writers in the DDR

Kristen Ghodsee (Philadelphia)
Antifascism, Anti-colonialism, and the “New Feminism”

18:45
Ende der Tagung