Week end à Rome, 1955; Foto: Jacques Rouchon/akg-images

Rüdiger Zill: Wann ist der Freund ein Freund?
Angela von Rahden: »…daß mich dünkt, ich sei nur noch zur Hälfte.« Totengespräche unter Freunden
Tanya Zaharchenko: The Culture(s) of Human Connections. Expectations and Stereotypes
Andreas Kraß: Mein Prinz, ich sterbe mit tausend Freuden für Sie! Die Katte-Tragödie in der Literatur
Anne Cronin: Experiencing Friendship’s Contradictions – Creating New Spaces of Connection
Janosch Schobin: Symbolische Lebenspfänder und Intimkommunikation
Björn Vedder: Warum Facebook-Freunde echte Freunde sind
Katja Kraus: Freundschaft. Geschichten von Nähe und Distanz
Sebastian Kühn: Trinken mit Gelehrten. Über Freunde, Feinde und »andere Freunde« in der Frühen Neuzeit




Tagung
Donnerstag, 6.12. – Samstag, 8.12.2018

(K)ein zweites Ich. Freundschaft zwischen geschäftlichem Kalkül und innigem Gefühl

Konzeption: Rüdiger Zill, Potsdam
Teilnehmer: Petra Boden, Berlin; Anne Cronin, Lancaster; Oleg Kharkhordin, St. Petersburg; Andreas Kraß, Berlin; Katja Kraus, Hamburg; Sebastian Kühn, Hannover; Peggy Mädler, Berlin; Angela von Rahden, Berlin/Bremen; Janosch Schobin, Kassel; Björn Vedder, Herrsching a. Ammersee; Tanya Zaharchenko, Oslo

Seit zumindest hierzulande die Familie eine immer geringere Rolle spielt – für die Organisation des Alltags, für die Sozialisation, für die Altersversorgung –, hat eine andere soziale Beziehung mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen: die Freundschaft. Eine Flut von Ratgebern erzählt uns deshalb, wie eine gute Freundschaft auszusehen habe und wie man sich in ihr fühle. Dabei wird das Kalkül notwendiger Beziehungspflege durch das romantisierende Bild einer innigen Herzensgemeinschaft überhöht. Gleichzeitig ist der Begriff der Freundschaft im digitalen Zeitalter so verallgemeinert worden, dass sich für viele die Frage stellt, ob Facebook-Freunde überhaupt noch diesen Namen verdienen. Die Tagung will die ganze Spannweite von möglichen Formen der Freundschaft untersuchen, die Wichtigkeit emotionaler Bindungskräfte für diese verschiedenen Spielarten, vor allem aber auch die Gültigkeit der historisch gewachsenen Vorstellungen von ihr in einer Gesellschaft der Singularitäten.