Arne Schirrmacher
Weder ein Akt der Verzweiflung noch ein Sonnenaufgang über Helgoland. Mythos und Geschichte der Quantenphysik
Nicht nur die Phänomene der Quantenphysik und ihre Theorien sind oft schwer zu verstehen, auch ihre historische Entstehung und theoretische Formulierung sind komplex und lassen sich nicht auf wenige Geistesblitze oder entscheidende Experimente reduzieren. Die Ergebnisse der intensiven Forschung von Historikerinnen und Historikern der letzten zwanzig Jahre haben es nach wie vor schwer, sich gegen die Anekdoten und liebgewonnenen Heldengeschichten durchzusetzen. Wie sollte eine angemessene Geschichte der Quantenphysik aussehen, die sowohl den Physiktreibenden und -studierenden wie der interessierten Öffentlichkeit eine realistische und produktive Sicht auf die Entstehung des Quantenzeitalters vermittelt?
Arne Schirrmacher ist Wissenschaftshistoriker mit den Schwerpunkten Geschichte der modernen Naturwissenschaften und Geschichte der Wissenschafts- und Technikkulturen des 20. Jahrhunderts, speziell deren Vermittlung durch Kommunikations- und Ausstellungsmedien. Hierzu forscht er an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und lehrt zugleich als Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Technischen Universität Berlin. Nach der Promotion in mathematischer Physik in München wechselte er an der University of California, Berkeley, zur Wissenschaftsgeschichte, 2015 folgte die Habilitation an der HU. Weitere Stationen waren das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, u.a. als Principal Investigator in der Forschergruppe zur Geschichte der Quantentheorie, und das Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Deutschen Museums in München. 2019 erschien seine Studie Establishing Quantum Physics in Göttingen. David Hilbert, Max Born, and Peter Debye in Context, 1900–1926.
