Vortrag
Donnerstag, 5.2.2026, 16:30h

Tommaso Calarco

(Bologna/Jülich/Köln)

Die zweite Quantenrevolution – vom Labor zur Industrie

Der Vortrag führt aus, wie zentrale Konzepte, die in der Grundlagenforschung der Quantenphysik entwickelt wurden, in neue Technologien wie Quantencomputing, Quantensimulation, Quantenkommunikation und Quantensensorik umgesetzt werden: Was können diese Technologien leisten und was nicht? Wie wird die Grenze zwischen akademischer Forschung und technologischer Anwendung durch Industrie, Start-ups und öffentlich-privaten Partnerschaften neu definiert? Schließlich wird es um weiterreichende Folgen der zweiten Quantenrevolution gehen: wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Herausforderungen, Fragen der technologischen Souveränität, ethische und gesellschaftliche Überlegungen sowie die Notwendigkeit neuer Formen des interdisziplinären Dialogs zwischen den Naturwissenschaften und politischen Entscheidungsträgern.

Tommaso Calarco ist Direktor des Peter Grünberg Institutes for Quantum Control am Forschungszentrum Jülich und Professor für Quantum Information an den Universitäten Köln und Bologna. Zuvor hatte er leitende Positionen an der Universität Ulm und am BEC Center in Trient inne und forschte in Innsbruck sowie an der Harvard University. Er gehört zu den ersten Wissenschaftlern, die optimale Kontrollmethoden auf Quantum Computing und Vielkörpersysteme anwendeten. Er ist Autor des Quantum Manifesto, das die Grundlage für das Quantum Flagship der Europäischen Kommission schuf, und fungiert dort als Chair des Quantum Community Network. Zudem ist er Secretary des Top-Level Advisory Board on Quantum Technologies der Europäischen Kommission und Mitbegründer des European Quantum Industry Consortium. Seit 2025 vertritt er als wissenschaftlicher Delegierter Italien in der G7 Working Group on Quantum Technologies unter kanadischer Präsidentschaft.