Tagung
Donnerstag, 4.2. – Samstag, 6.2.2010

Forsaken and Forlorn. On Sadness, Grief, and Mourning

Wie kaum eine andere Emotion spalten sich Traurigkeit und Trauer in ein individuelles Gefühl und einen allgemeinen Ausdruck. Traurigkeit als Gefühl steht in enger Nachbarschaft zu Niedergeschlagenheit, Melancholie, Verzweiflung und Depression, gleichzeitig aber verbindet sie sich auch mit Emotionen wie Apathie, Angst, Zorn oder Schuldgefühlen. Wie wir uns aber als Trauernde zu verhalten haben, ob wir eher still leiden oder doch expressiv klagen sollen, sagen uns die Regeln gesellschaftlichen Anstands. Daraus erwächst aber auch eine Vielzahl von Ritualen bis hin zu einem System ausgefeilter politischer Symbole und gesellschaftlicher Institutionen. Welche Konventionen helfen uns Trauer auszudrücken und zu verarbeiten, welche werden als unangemessen betrachtet? Wie ändern sich diese Regeln und Konventionen historisch? Wie unterscheiden sie sich in verschiedenen Kulturen? Wie wird Trauer – etwa im politischen Kontext – institutionalisiert? Wie wird sie medial hervorgerufen und repräsentiert, inszeniert und verarbeitet? Und was bedeutet all das für unser Gefühl?

Konzeption: Rüdiger Zill, Potsdam
Teilnehmer: Annalise Acorn, Edmonton; Hinderk M. Emrich, Hannover; Philip Fisher, Boston; Helena Flam, Leipzig; Peter Goldie, Manchester; Carol Lansing, Santa Barbara; Claudio Lomnitz, New York; Donald Sutton, Pittsburgh; Gesine Palmer, Berlin; Christiane Voss, Weimar; Trio Fado; Berlin

Veranstaltung in englischer Sprache