Vortrag
Donnerstag, 7.5.2026, 13:30h

Mario Keßler

(Potsdam)

Die Antifaschismen in der DDR

Mein Vortrag behandelt Konsistenzen und Widersprüche des Antifaschismus in der DDR; einer historischen Tatsache, die zum besseren Verständnis im Plural begriffen werden sollte. Ich schlage ein typologisches Modell der Antifaschismen in der Sowjetischen Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg und der DDR in fünf getrennte, doch miteinander verwobene Typen vor: Es geht mir 1.) um den dominierenden parteikommunistischen Antifaschismus, 2.) um den sozialistisch-kommunistischen Antifaschismus jenseits der Parteivorgaben, 3.) den Antifaschismus in der Literatur und Kultur der DDR, 4.) den Antifaschismus der nachgeborenen „Aufbau“-Generation, 5.) den alternativen Antifaschismus der 1980er Jahre. Was verband sie miteinander, was unterschied sie voneinander, was bleibt von all dem in unserer heutigen Wirklichkeit?

Mario Keßler, Prof. Dr., geboren in Jena. Studium in Jena und Leipzig. Dr. phil. 1982, Habilitation 1990. 1992 bis 2021 am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (bzw. seiner Vorgänger-Einrichtung). Lehrte an der Universität Potsdam und an der Yeshiva University, New York. Zahlreiche weitere Gastprofessuren, vor allem in den USA. 30 Buchmonographien und fast 400 wissenschaftliche Aufsätze zur internationalen Kommunismus-Forschung, zum modernen Antisemitismus und zur Historiographie-Geschichte. Dazu umfangreiche Tätigkeit als Herausgeber und Publizist.