Vortrag
Freitag, 8.5.2026, 14:30h

Sonia Combe

(Berlin)

Alter “Mythos Antifaschismus”, neuer “Mythos Buchenwald” in der Geschichtsschreibung des Antifaschismus. Ein Vergleich.

Hier wird versucht, die Gründe und die “verborgene Tradition” nachzuvollziehen, durch die sich ein Mythos um das KZ Buchenwald entwickelt hat, und zwar im Zusammenhang mit dem sogenannten “Mythos Antifaschismus”, der nach der Wiedervereinigung entstanden ist. Dabei stütze ich mich auf einen Vergleich mit den verschiedenen Narrativen über den antifaschistischen Widerstand in Frankreich, die eine Dekonstruktion des “Mythos Antifaschismus” anbieten könnten.

Sonia Combe ist Geschichtswissenschaftlerin (Université Paris-Nanterre, Centre Marc Bloch, Berlin). Sie hat sich auf die Erinnerungspolitik der kommunistischen Gesellschaften vor und nach der Wende spezialisiert. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Ein Leben gegen ein Anderes. Der “Opfertausch” im KZ Buchenwald und seine Nachgeschichte (2017); Loyal um jeden Preis. “Linientreue Dissidenten” im Sozialismus (2022); und Choix sous contraintes: survivre et décider dans l’univers concentrationnaire (mit Emmanuel Delille, 2025 [Entscheidungen unter extremen Bedingungen: überleben und entscheiden im KZ]).