Vortrag
Freitag, 6.2.2026, 17:30h

Janet Anders

(Potsdam)

Quantenmechanik und die Verletzung der Bell’schen Ungleichung

In der Entstehungsphase der Quantenmechanik entdeckte Schrödinger die mathematische Möglichkeit der Verschränkung, eine ungewöhnlich starke Art von Korrelation, die einiges philosophisches Kopfzerbrechen verursachte. Albert Einstein nannte das Phänomen „spukhafte Wechselwirkung“ und argumentierte, dass es nicht in der physikalischen Wirklichkeit auftreten könne. Später brachte John Bell die von Einstein formulierten Ideen – Lokalität und Realismus – in mathematisch präzise Form. Auf deren Grundlage etablierte er eine Art Spukhaftigkeits-Ungleichung, die heute seinen Namen trägt. Je stärker die Verletzung der Ungleichung, desto größer der Spuk. In diesem Vortrag erkläre ich die Herleitung der Bell-Ungleichung. Wie Einstein werden wir sehen, dass die Befolgung der Bell-Ungleichung ausdrückt, was wir in unserem täglichen Leben als normal empfinden. Nur die Quantenmechanik hält sich nicht daran …

Janet Anders studierte Physik an der Universität Potsdam und wurde 2008 mit einer Arbeit zur Quanten-Verschränkung an der National University of Singapore promoviert. Danach arbeitete sie am University College London (UCL), zuerst als Postdoc, später als unabhängige Forscherin mit einem Royal Society Dorothy Hodgkin Fellowship. 2013 gründete sie eine unabhängige Forschungsgruppe an der University of Exeter mit dem Schwerpunkt Quantenthermodynamik. Seit 2019 ist sie Professorin an der Universität Potsdam und leitet die Abteilung Theoretische Quantenphysik. Mit ihrer Gruppe forscht sie zu Quantenthermodynamik und Quantentechnologien, insbesondere zur Struktur von offenen Quantensystemen, Spin-Dynamik in magnetischen Materialien und Quantensensorik.