Vortrag
Dienstag, 17.1.2017, 19h

Cornelius Borck

Direktor des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität Lübeck
kommentiert

Poetik und Hermeneutik im Rückblick

und diskutiert mit den Herausgebern des Interview-Bands Petra Boden und Rüdiger Zill.

Gesprächsleitung: Dr. Martin Schaad, Potsdam

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik bestand von 1963 bis 1994 und prägte mit ihren 17 Tagungen und den daraus hervorgegangenen Publikationen die geisteswissenschaftliche Landschaft der alten Bundesrepublik wie sonst vielleicht nur noch die Kritische Theorie. Die Kolloquien der Gruppe stellten das Gespräch zwischen den Disziplinen in den Mittelpunkt. Gleichzeitig setzten ihre Arbeitsformen Maßstäbe und wurden zum Modell für viele andere wissenschaftliche Kreise. Petra Boden und Rüdiger Zill haben mit einer Reihe von an der Forschungsgruppe Beteiligten gesprochen und die daraus entstandenen 17 Interviews in einem Band dokumentiert. Diese Erinnerungen an Poetik und Hermeneutik bilden ein Kaleidoskop, durch das man einen Blick auf das werfen kann, was von der Gruppe nachwirkt und worauf zurückzukommen sich vielleicht lohnt. Und sie sind gleichzeitig Fallbeispiele in gelebter Erinnerungsarbeit.
Cornelius Borck wird den Band kritisch kommentieren und im Anschluss daran gemeinsam mit den Herausgebern die Möglichkeiten und Fallstricke einer Wissenschaftsgeschichte im Gespräch ausloten.
Petra Boden/Rüdiger Zill (Hrsg.): Poetik und Hermeneutik im Rückblick. Interviews mit Beteiligten, Fink 2016

Cornelius Borck ist seit Sommer 2007 Professor für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und Naturwissenschaften und Direktor des Instituts für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, Universität zu Lübeck, Publikationen u.a. Hirnströme. Eine Kulturgeschichte der Elektroenzephalographie (2005); Hans Blumenberg beobachtet. Wissenschaft, Technik und Philosophie (Hrsg. 2014); Das Psychiatrische Aufschreibesystem (Mit-Hrsg. 2015).

Petra Boden ist Wissenschaftshistorikerin und arbeitet im Rahmen eines DFG-Projekts an der Geschichte der Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik; zuletzt erschienen ist So viel Wende war nie: Zur Geschichte des Projekts “Ästhetische Grundbegriffe” (2014).

Rüdiger Zill ist wissenschaftlicher Referent am Einstein Forum; neuere Publikationen u.a. Metapherngeschichten. Perspektiven einer Theorie der Unbegrifflichkeit (Mit-Hrsg. 2011); Werner Herzog – An den Grenzen (Mit-Hrsg. 2015).

Dienstag, 17. Januar 2017, 19 Uhr