Ausstellung
Donnerstag, 9.6.2022, 17:45h
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten

Daniel Cohn-Bendit, Apel Nico

Wir sind alle deutsche Juden

Filmvorführung, anschließend Diskussion mit Daniel Cohn-Bendit, moderiert von Susan Neiman

„Ich bin Jude. Was bedeutet das?“, fragt sich Daniel Cohn-Bendit in diesem begegnungsreichen Film. Er bricht auf nach Israel und beginnt eine persönliche Suche nach seinem eigenen Judentum. Die Menschen und Orte, denen er auf seiner Reise begegnet, könnten unterschiedlicher kaum sein, und doch kreist die Diskussion immer um die zentrale Frage dieses Films: Was ist „Jüdische Identität“? Auf seiner Reise wird er – immer wieder von Neuem – auf sein Verhältnis zum eigenen Judentum zurückgeworfen und gezwungen, es zu überprüfen. Cohn-Bendit diskutiert mit liberalen und ultrafrommen Jüdinnen und Juden, mit einer Siedlerin in der Westbank, einem Palästinenser in Ost-Jerusalem und sogar mit einem besatzungskritischen Ex-Geheimdienstchef, der zugibt: Wäre er ein Palästinenser, würde er zu den Waffen greifen.

Daniel Cohn-Bendit gilt als Ikone der Revolten von 1968. Er gründete das Stadtmagazin Pflasterstrand und war Dezernent für Multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt am Main. Von 1994 bis 2014 war er Abgeordneter der deutschen und französischen Grünen im Europaparlament. Cohn-Bendit moderierte Radio- und Fernsehsendungen wie den Literaturclub in der Schweiz. Heute ist er Publizist und veröffentlichte zuletzt den Dokumentarfilm Wir sind alle deutsche Juden (2021).