Vortrag
Dienstag, 16.1.2024, 19:00h

Thilo Heinken

Institut für Biochemie und Biologie, Universität Potsdam

Was kommt nach dem Waldbrand? Erkenntnisse zur Wiederbewaldung und Waldbrandvermeidung aus dem Projekt PYROPHOB

Gesprächsleitung: Thorsten Wagener, Potsdam

Präsenzveranstaltung im Einstein Forum
Auch im Live-Stream via Zoom (hier registrieren)

Insbesondere in den Trockenjahren 2018, 2019 und 2022 brannten in Nordostdeutschland große Waldflächen ab, und im Zuge der prognostizierten Klimaerwärmung mit vermehrten Trockenperioden wird mit einer weiteren Zunahme von Waldbränden gerechnet. Waldbrände in Kiefernforsten bei Treuenbrietzen und Jüterbog waren der Anstoß für das Forschungsprojekt PYROPHOB (»feuerabweisend«), in dem acht Verbundpartner verschiedener Disziplinen seit 2020 zusammenarbeiten. Auf verbrannten Waldflächen werden in einem riesigen Freilandlabor die Auswirkungen des Feuers auf das Ökosystem erforscht. Nach den Bränden stellte sich eine große Vielfalt bei verschiedensten Gruppen von Organismen ein, und es kam zu einer raschen natürlichen Wiederbewaldung vor allem durch Laubgehölze. Die Untersuchungen zeigen Wege zum widerstandsfähigen Wald auf, dem Trockenheit und Brände unter den Bedingungen des Klimawandels weniger als den jetzigen Nadelholzmonokulturen anhaben können.


Thilo Heinken
ist Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam. Er arbeitet als Botaniker und Vegetationsökologe vor allem über norddeutsche Waldökosysteme im europäischen Kontext. Neben den Effekten von Waldbränden in Kiefernforsten sowie Strategien zu deren Bewältigung sind Langzeitveränderungen der Waldvegetation als Ergebnis von Immissionen, Landnutzungs- und Klimawandel sein Forschungsschwerpunkt.


Thorsten Wagener
ist Alexander von Humboldt-Professor für hydrologische Systeme an der Universität Potsdam.