Podiumsdiskussion
Donnerstag, 16.1.2020, 19:00h

Mark Gamsa, Andreas Renner, Andreas Tretner

Transit East. Sergej Tretjakows China-Projekt 1924–1930

Gesprächsleitung: Prof. Dr. Susanne Strätling, Potsdam

mit Mark Gamsa, Tel Aviv; Andreas Renner, München; Andreas Tretner, Berlin
Gesprächsleitung: Prof. Dr. Susanne Strätling, Potsdam

Als der Schriftsteller Sergej Tretjakow 1924 nach China aufbricht, um an der Universität Peking zu lehren, reist er mit einem klar formulierten anti-kolonialen Programm. „Brülle, China!“ – der Titel seines 1926 in Moskau uraufgeführten Dramas bringt dieses Programm auf einen bündigen Imperativ. Was Tretjakows zahlreiche China-Texte dokumentieren, ist jedoch nicht zuletzt ein massiver Rückgriff auf koloniale Klischees. Der Abend widmet sich der Dynamik dieser De- und Rekolonialisierungen in einem brisanten China-Projekt der linken Sowjet-Avantgarde.

Mark Gamsa ist Professor für die Geschichte Ostasiens an der Tel Aviv University. Als Spezialist für die Geschichte intellektueller Geographien hat er sich insbesondere mit russisch-chinesischen Übersetzungsbeziehungen beschäftigt.

Andreas Renner ist Professor für Russland- und Asienstudien an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört der Wissenstransfer zwischen der Sowjetunion und ihren asiatischen Nachbarn.

Andreas Tretner ist literarischer Übersetzer aus dem Russischen, Tschechischen und Bulgarischen. Für den Verlag Spector Books übersetzt er zur Zeit Auszüge aus Sergej Tretjakows Chinaskizzen.

Susanne Strätling ist Professorin für Ostslavische Literaturen und Kulturen an der Universität Potsdam. Gemeinsam mit Tatjana Hofmann (Zürich) arbeitet sie an einer Edition der Reisetexte Sergej Tretjakows.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Universität Potsdam und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) im Rahmen der Kleine-Fächer-Initiative „Osteuropastudien in Brandenburg“