Vortrag
Samstag, 11.6.2022, 10:00h

Avraham Burg

The Hidden Agenda: The Holocaust in Israel between Tragedy and Strategy

In den ersten Jahrzehnten seines Bestehens identifizierte sich der Staat Israel nicht mit dem Holocaust. Wie Tom Segev und andere Historiker*innen gezeigt haben, stand der Holocaust vielmehr im Widerspruch mit dem Bild, das der Staat vermitteln wollte: Juden und Jüdinnen waren Gestalter*innen der Geschichte und nicht ihr Gegenstand, waren Held*innen, keine Opfer. Erst später begannen bestimmte israelische Politiker*innen, den Holocaust als zentrales Beispiel für mörderischen Antisemitismus anzuführen, um jede Kritik an der Staatspolitik als antisemitisch zu diskreditieren. Der Vortrag untersucht die Geschichte der Strategien hinter diesem Prozess.

Avraham Burg war Berater von Premierminister Shimon Peres, Mitglied der Knesset und Präsident der Knesset von 1999-2003, Vorsitzender der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation. Seit seinem Rückzug aus der Politik ist er ein internationaler Bestsellerautor geworden. Zu seinen Büchern gehört Hitler besiegen. Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss (2007, dt.: 2009).

Veranstaltung in englischer Sprache