Vortrag
Sonntag, 12.6.2022, 14:15h

Mykola Borovyk

Russische Propaganda: Instrumentalisierung des Völkermords bei dem Angriff auf die Ukraine

Die Instrumentalisierung der Geschichte, insbesondere des Gedenkens des Zweiten Weltkriegs, ist eines der Hauptmotive der russischen Propaganda während der Herrschaft von Wladimir Putin. Verwendet werden in diesem Zusammenhang nicht nur Konzepte und Symbole, die der russischen Gesellschaft bekannt sind und bedeutsam erscheinen. Auch Konzepte, die für die westliche Erinnerungskultur von zentraler Bedeutung sind, werden instrumentalisiert. In seinem Beitrag untersucht Borovyk, wie der Begriff „Völkermord“ gegenwärtig benutzt wird, um die russische Aggression gegen die Ukraine zu rechtfertigen: Wie hat sich seine Bedeutung verändert? Welche Zielgruppen sollen damit erreicht werden?

Mykola Borovyk ist Historiker. Er studierte an der Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew. Seit 2015 arbeitet er in Deutschland. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Erinnerungsforschung, insbesondere zu Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, der Biografieforschung und der Oral History. Zur Zeit beschäftigt er sich mit der Konzipierung der Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg.