Vortrag
Dienstag, 14.4.2026, 19:00h

Grzegorz Rossoliński-Liebe

Alfred Landecker Lecturer, Freie Universität Berlin

Polnische Bürgermeister und der Holocaust
Besatzung, Verwaltung und Kollaboration

Gesprächsleitung: Benjamin Zachariah, Potsdam

Polnische Bürgermeister waren eine wichtige Beamtengruppe im Verwaltungsapparat des Generalgouvernements. Gemeinsam mit den deutschen Kreis- und Stadthauptmännern gestalteten sie Kommunalpolitik und waren an der Verfolgung und Ermordung polnischer und europäischer Juden sowie an der Ausbeutung des Generalgouvernements beteiligt. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen und neuer Kontextualisierungen stellt das Buch Polnische Bürgermeister und der Holocaust. Besatzung, Verwaltung und Kollaboration, ausgewählte polnische Bürgermeister vor und zeigt, wie diese sich während des Zweiten Weltkriegs verhielten. In die Analyse werden kleine Städte wie Otwock, mittelgroße wie Tschenstochau und Metropolen wie Warschau einbezogen. Mit dieser Studie legt Grzegorz Rossoliński-Liebe ein Standardwerk vor, das eine unverzichtbare Grundlage für die Erforschung von Kommunalverwaltungen im Holocaust darstellt.

Grzegorz Rossoliński-Liebe ist Alfred Landecker Lecturer und Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen gehören das Buch Stepan Bandera: The Life and afterlife of a Ukrainian Nationalist: Fascism, Genocide and Cult (2014) sowie Sammelbände, Sonderhefte und Artikel über den Holocaust in Ostmitteleuropa, den transnationalen Faschismus in West- und Osteuropa und die Geschichte multiethnischer Städte. Mit der dem Vortrag zugrunde liegenden Studie wurde er an der Freien Universität Berlin habilitiert.