Vortrag
Samstag, 2.7.2022, 11:00h

Peter Stephan Jungk

Paris

Jean Améry on a Suicide Mission. Charles Bovary, Country Doctor

Amérys letztes, offensichtlich mangelbehaftetes, Buch hat auf gewisse Weise zum Ableben des Autors beigetragen, seinem zweiten Selbstmordversuch, nachdem er 1974 einen ersten überlebt hatte. Auf einer Lesereise durch deutsche Städte wurden ihm die enormen Schwächen des Buches bewusst, und er nahm sich einige Tage frei, um sich in einem luxuriösen Salzburger Hotel zu erholen. Die schlechten Kritiken trugen nicht dazu bei, seinen Schmerz zu lindern. Dies werde ich in meinem Vortrag ausführen, eingehen werde ich dabei auch auf die Verbindung meiner Eltern zu Améry sowie Bemerkungen seines englischen Übersetzers Sidney Rosenfeld und Einzelheiten aus einem Gespräch mit seinem wichtigsten deutschen Verleger Michael Klett

Peter Stephan Jungk lebt in Paris und arbeitet als Autor, Regisseur und Übersetzer. Er wuchs in Wien, Berlin und Salzburg auf. 1974 ging er nach Los Angeles, um an der UCLA und am American Film Institute zu studieren. 2011 unterrichtete er deutschsprachige Gegenwartsliteratur an der Washington Universität in St. Louis. 2012 war er Visiting Professor an der Universität Salzburg. 2018 verbrachte er drei Monate als Writer-in-Residence am Oberlin College in Ohio. Regie führte er unter anderem bei den Dokumentarfilmen The Pied Piper of Hamelin (1990) und Tracking Edith (2016). Er adaptiert zahlreiche literarische Werke für Bühne, Film und Fernsehen, darunter Robert Musils Grigia (1991), Guy de Maupassants Bel Ami (1996/1997), und Ivan Gontsharovs Oblomov (aufgeführt 2005 am Schauspielhaus Zürich). 1978 erschien seine erste literarische Prosaveröffentlichung, Stechpalmenwald, eine Sammlung von Kurzgeschichten über Hollywood. 2011 veröffentlichte er den Roman Das elektrische Herz. Sein jüngstes literarisches Werk erschien 2021: Marktgeflüster – Eine verborgene Heimat in Paris.

Veranstaltung in englischer Sprache