Vortrag
Freitag, 10.6.2022, 17:15h

Ben Ratskoff

James Baldwin and the Politics of Holocaust Exceptionalism

Die jüngsten Debatten über heutigen Rassismus und nationale Erinnerungskulturen wurden zum Teil ausgelöst durch die globalen Bewegungen gegen das anti-Schwarze Vorgehen der Polizei. Sie stellten die historiografische Annahme in Frage, der Holocaust sei grundlegend anders als andere Formen rassifizierter Gewalt. Ebenso hinterfragten sie die Ritualisierung der Holocaust-Erinnerung. James Baldwins lange und ambivalente Auseinandersetzung mit der Rolle des Holocaust in der antirassistischen Politik der Nachkriegszeit und vor allem im Kampf gegen anti-Schwarzen Rassismus in den Vereinigten Staaten zeigt, dass dominante und institutionalisierte Formen von Holocaust-Geschichtsschreibung und -Erinnerung antirassistischen Aktivismus neutralisieren können, und dazu beitragen, den Status quo zu erhalten.

Ben Ratskoff ist Assistenzprofessor an der Louchheim School of Judaic Studies am Hebrew Union College in Jerusalem und an der University of Southern California. Seine 2021 abgeschlossene Dissertation trägt den Titel Waltzing with Hitler: Black Writers, the Third Reich, and Demonic Grounds of Comparison, 1936-1940. Seine Texte erschienen in der Jewish Studies Quarterly sowie in der Los Angeles Review of Books, Truthout und Jewish Currents.

Veranstaltung in englischer Sprache