Vortrag
Sonntag, 12.6.2022, 17:30h

Konstanty Gebert

How the Polish Right is Rewriting the History of the Shoah

Im offiziellen Polen hat sich seit 2016 die Art und Weise, wie die Shoah dargestellt wird, grundlegend verändert. Die Vorstellung polnischer Beteiligung an der Shoah wird als verleumderisch ausgeschlossen, während die Bemühungen von polnischen „Gerechten“ als ein für die Zeit typisches Verhalten der polnischen Gesellschaft beschrieben wird. Diese Darstellungen werden von enormen öffentlichen Mitteln getragen und von einflussreichen politischen Persönlichkeiten unterstützt, während Kritiker*innen akademischen und strafrechtlichen Repressionen ausgesetzt sind. Dazu kommt eine Kampagne der strikten Verweigerung, den Opfern der Shoah und ihren Nachfahr*innen Eigentum zu restituieren. Mit diesen Entwicklungen ist Geschichtsverzerrung zur offiziellen polnischen Politik geworden.

Konstanty Gebert ist Journalist und Mitbegründer der polnisch-jüdischen Monatszeitschrift Midrasz. Er war in den 1970er Jahren Aktivist der demokratischen Opposition und in den 1980er Jahren Journalist im Untergrund in Polen. Gebert ist Autor mehrerer Bücher über die polnischen Verhandlungen am Runden Tisch von 1989, über die Jugoslawienkriege und über die israelische Geschichte. Zuletzt veröffentlichte er Ostateczne rozwiązania (2022), ein Buch über vergleichenden Völkermord.

Veranstaltung in englischer Sprache