Vortrag
Samstag, 11.6.2022, 15:45h

Diana Pinto

Dubious Benevolence: The Holocaust and the Extreme Right in France and Italy

Die Welt ist heute aus den Fugen geraten. Wie lässt sich Holocaust-Gedenken begreifen, wenn es der europäische Rechtsextremismus betreibt? Worin liegt wessen Aneignung? Ist es noch sinnvoll, den Holocaust aus den politischen Perspektiven von Rechts und Links zu betrachten? Was bedeutet die jüdische (und israelische) Unterstützung dieser illiberalen Bewegungen? Italien und Frankreich sind zwei interessante Beispiele, die zeigen, wie der Rechtsextremismus einerseits typische Formen der Holocaust-Erinnerung aufgreift und gleichzeitig faschistische Vorfahren würdigt und ein rassistisches Programm umsetzt. Schockierende Vergleiche mit dem Schicksal der Jüdinnen und Juden im Zweiten Weltkrieg lesen sich wie ein Vorlauf zu Putins „anti-Nazi“-Krieg gegen die Ukraine, eine der sensibelsten Regionen in der Geschichte des Holocaust.

Diana Pinto studierte an der Harvard University und ist Historikerin und Autorin. Sie beschäftigt sich mit multiplen Identitäten in pluralistischen paneuropäischen Kontexten. Sie ist Mitbegründerin der Moscow School of Political Studies und ehemalige Beraterin des Europarats zum Thema Zivilgesellschaft in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Sie ist die Autorin von Israel Has Moved (2013).

Veranstaltung in englischer Sprache