Vortrag
Samstag, 11.6.2022, 10:00h

Omer Bartov

Antisemitism in History and Politics

Antisemitismus lässt sich nur über die Zusammenhänge zwischen seinen historischen Wurzeln und modernen Erscheinungsformungen begreifen. Weil auf antisemitische Argumente stets Gegenargumente folgten, hat der Anti-Antisemitismus eine ähnlich lange und facettenreiche Geschichte. Beide haben im Laufe der Zeit für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeutet, wurden wiederholt für politische Zwecke instrumentalisiert, und voneinander abhängig. Lange bevor es Antisemitismus als Begriff gab, spielten antijüdische Einstellungen eine Rolle dabei, wie Juden und Jüdinnen von anderen wahrgenommen wurden, wie sie mit der Welt interagierten und sich selbst wahrnahmen. Umgekehrt bekommt anti-antisemitische Rhetorik immer dann Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit, wenn sie die Öffentlichkeit von der realen und gegenwärtigen Gefahr des Antisemitismus überzeugen kann.

Omer Bartov lehrt Europäische Geschichte an der Brown University. Seine jüngsten Bücher sind Anatomie eines Genozids. Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz (2018, dt.: 2021) und Tales from the Borderlands: Making and Unmaking the Galician Past (2022). Er veröffentlichte unter anderem Israel-Palestine: Lands and Peoples (2021), ein Sammelband der die Verbindungen zwischen der Region und ihren Völkern thematisiert.

Veranstaltung in englischer Sprache