Podiumsdiskussion
Samstag, 11.6.2022, 19:00h

Hanno Loewy, Eva Menasse

Andere (Täter-)Länder, andere Sitten?

In Sachen Vergangenheitsaufarbeitung könnten die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich kaum größer sein – im Grunde hat Österreich kollektiv erst mit der Affäre Waldheim 1986 das eigene bequeme Geschichtsbild als „erstes Opfer Hitlers“ zu hinterfragen begonnen. Was bedeutet das für die Gegenwart? Zwar holen rechtsextreme Parteien in Österreich regelmäßig bis zu 25 Prozent, dafür scheint es kaum gewaltbereite Rechtsextreme zu geben. Und wie steht das offizielle Österreich zum Nahost-Konflikt? Immerhin war Bruno Kreisky nicht nur der einzige jüdische Bundeskanzler, sondern ein dezidierter Unterstützer der Palästinenser*innen. Lange her: Heute beschwört die Wiener Politik das „christlich-jüdische Abendland“ gegen „den Islam“. Über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Nachbarländern diskutieren Hanno Loewy und Eva Menasse.

Hanno Loewy ist Literatur- und Filmwissenschaftler, Ausstellungsmacher und Publizist. Er ist Direktor des Jüdischen Museums Hohenems in Österreich und war Präsident der Association of European Jewish Museums. Er war Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts für Holocauststudien. Zu seinen Veröffentlichungen zählt All About Tel Aviv-Jaffa. Die Erfindung einer Stadt (2019).
 
Eva Menasse ist Schriftstellerin und Essayistin. In ihren journalistischen und essayistischen Arbeiten beschäftigt sie sich regelmäßig mit Nazi-Vergangenheit, Holocaust, Antisemitismus und den aktuellen Debatten dazu. Zu ihren Veröffentlichungen gehört Der Holocaust vor Gericht – Der Prozess um David Irving (2000).