Judith Simon
Gegen KI – Zur Notwendigkeit der Auseinandersetzung für Wissen, Beziehungen und Demokratie
Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig und durchdringt viele Bereiche unseres alltäglichen wie beruflichen Lebens. Die starke Nutzung insbesondere Generativer KI, bspw. von Chatbots oder Bildgeneratoren, hat innerhalb kürzester Zeit dazu geführt, dass etablierte gesellschaftliche Praktiken einer Neubewertung unterzogen wurden und werden. So stellt sich zum einen sehr grundlegend die Frage, was Bildung sein kann und soll, wenn viele kognitive Fertigkeiten an KI delegierbar erscheinen. Aber auch zwischenmenschliche Beziehungen werden neu bewertet, wenn künstliche Intelligenz als Vermittler oder gar Ersatz für menschliche Gegenüber auftritt – als simulierte:r Psychotherapeut:in oder Freund:in. Diesen ethischen und erkenntnistheoretischen Herausforderungen gilt es Rechnung zu tragen – um ihrer selbst willen, aber auch in Bezug auf mögliche Auswirkungen auf unser demokratisches Miteinander.
Judith Simon ist Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg. Sie beschäftigt sich mit der Verschränkung ethischer, erkenntnistheoretischer und politischer Fragen im Kontext von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung im Allgemeinen. Judith Simon ist stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und war dort Sprecherin der Arbeitsgruppe „Mensch und Maschine – Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz“.
