Lecture
Thursday, Feb 5, 2026, 7:00 PM

Dietmar Dath

Autor, Frankfurt am Main/Freiburg

Dirac (2006)

Lesung und Gespräch mit Franziska Bomski, Potsdam

im Rahmen der Tagung
Von unscharfen Größen und verschränkten Teilchen. Aufbruch ins nächste Quantenjahrhundert
(5. – 6 . Februar 2026, Einstein Forum)

„Wie macht man Literatur aus Physik? Am besten läßt man es bleiben; hier wurde es nirgends versucht“, schreibt Dietmar Dath im Nachwort zu seinem Roman Dirac (2006). Er nimmt damit einerseits ironisch Bezug auf die Denkunmöglichkeiten der Quantenphysik, würdigt andererseits Literatur und Physik als jeweils eigene Formen der Welterschließung. In seiner „biographischen Phantasie“ über den britischen Pionier der Quantenphysik Paul Adrien Maurice Dirac (1902–1984) erzählt Dath von den Anfängen der physikalischen Moderne. Bei ihren Protagonisten findet er ethische, erkenntnistheoretische und ästhetische Inspirationen für eine Zukunftsvision, die er in einer turbulenten Mischung aus Wissenschaftsgeschichte, Pop und Science Fiction entfaltet.

Dietmar Dath ist Autor, Journalist und Übersetzer. Spätestens seit seinem 2008 für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman Die Abschaffung der Arten ist er einem großen Publikum bekannt und inzwischen der wohl produktivste deutschsprachige Theoretiker und Praktiker politisch-engagierter Science Fiction. Sein Konzept der Science Fiction als Kunst- und Denkmaschine entfaltete er 2019 in der monumentalen Schrift Niegeschichte. In seinen literarischen Texten spielen Mathematiker:innen und Physiker:innen und ihre Theorien immer wieder eine prominente Rolle: Die Mathematik des 20. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen porträtierte Dath in Höhenrausch (2003), neben Dirac (2006) stellt er jüngst in seinem Kalkülroman. Gentzen oder betrunken aufräumen (2022) den Logiker Gerhardt Gentzen ins Zentrum der Handlung.