Markus Krutzik
Wie Quantensensoren den Sprung aus dem Labor schaffen
Quantentechnologien zählen zu den spannendsten Innovationsfeldern unserer Zeit – mit Potenzial von der Grundlagenforschung bis hin zu industriellen Anwendungen. Zunehmend berühren sie auch Fragen der technologischen Sicherheit und Souveränität. Besonders greifbar wird ihre Leistungsfähigkeit bei Quantensensoren: Sie messen physikalische Größen mit extremer Präzision und eröffnen damit neue Möglichkeiten in Bereichen, in denen klassische Messverfahren an Grenzen stoßen: von der Navigation und Datensynchronisation über die biomedizinische Bildgebung und Diagnostik bis hin zur zerstörungsfreien Materialprüfung. Damit sie unseren Alltag von morgen tatsächlich begleiten können, müssen die Systeme einen entscheidenden Schritt machen: Sie müssen vom Prototyp zur praxistauglichen Lösung reifen – kompakt, robust, und zuverlässig. Die zentrale Frage lautet: Welche Anwendungen lassen sich bereits adressieren – und wie nah sind Quantensensoren tatsächlich am praktischen Einsatz?
Markus Krutzik entwickelt am Ferdinand-Braun-Institut und an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) mit seinem Team kompakte Quantensensoren für Anwendungen in Metrologie, Sensorik und Informationsverarbeitung. Ein Schwerpunkt liegt auf Systemen, die auch im Weltraum funktionieren. Nach seiner Promotion 2014 an der HU forschte er u.a. an der University of California, Berkeley, und dem NASA Jet Propulsion Laboratory, Pasadena. Capital wählte ihn unter die „Top 40 unter 40 – Junge Elite“ (2018), der Tagesspiegel unter die „100 Köpfe der Hauptstadt-Wissenschaft“ (2025). Krutzik ist zudem Brain City Berlin Botschafter für Quantentechnologien und initiierte den ersten Quantentechnologie-Hub in der Hauptstadt mit. Um Forschungsergebnisse in die Anwendung zu überführen, hat er ein Start-up mitbegründet, ein weiteres ist in Planung.
