Samstag, 3.2.2007, 15:00h

Konstanty Gebert

Too Much to Feel? On the Delayed Experience of Fear in Traumatic Situations

Wie gehen wir mit der Angst um, und welche Bedeutung hat sie für die psychischen Erfahrungen des Individuums? Vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen als Korrespondent in verschiedenen Kriegsgebieten der letzten Zeit wird Konstanty Gebert dieser Frage nachgehen. Bedenkt man, dass Furcht ein
positiver Faktor für das Überleben ist, dass der Kriegskorrespondent aber dennoch gezwungen ist, an Orte zu gehen, die sein gesunder Menschenverstand ihm zu vermeiden rät, dann bedarf es solcher Techniken wie das Ignorieren von Bedrohungen, die Verlagerung der wahrgenommenen Gefahrenquellen und zeitliche Verzögerung, um mit seinen Ängsten fertig zu werden. Gebert wird versuchen, einige Schlüsse zu ziehen, wie diese Mechanismen die Realitätswahrnehmung beeinflussen.

Konstanty Gebert ist Autor und Chefredakteur der Zeitschrift Midrasz, Warschau. Er studierte Psychologie an der Universität Warschau. Er arbeitete zu-nächst für die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza und gründete 1997 das Monatsmagazin Midrasz. Veröffentlichungen unter anderem in Survey (London), La Nouvelle Alternative (Paris), MicroMega (Rom), Respect (Prag), Beselo (Budapest), Svijet (Sarajevo), Maariv (Tel Aviv), The Guardian (London), The New Republic (New York) und The Los Angeles Times. Während des Bürgerkriegs in Jugoslawien arbeitete er dort als Kriegskorrespondent. 1993/94 war er auch Berater von Tadeusz Mazowiecki, er war außerdem Berichterstatter für die Men-schenrechtskommission der Vereinten Nationen.