Vortrag
Freitag, 7.12.2018, 11:00h

Angela von Rahden

»…daß mich dünkt, ich sei nur noch zur Hälfte.« Totengespräche unter Freunden

An einer düsteren Küste schwappen Wellen träge gegen das Ufer. Ein schwarz gekleideter Mann eilt den Strand entlang. Es ist Michel de Montaigne auf der Suche nach Etienne de La Boëtie. Montaigne hat seinen geliebten Freund erneut verloren, dieses Mal im Reich der Toten. Auf seiner Suche begegnet er mehr oder weniger wohlwollenden Schatten und wird dabei in Gespräche über Freundschaft verwickelt. Aristoteles, Friedrich Schiller, Rahel Varnhagen, Hannah Arendt und andere disputieren mit ihm und stellen Jahrhunderte nach dem Erscheinen seiner Essais deren Überzeugungen in Frage.

Angela von Rahden, geboren 1963 in Berlin, studierte Philosophie an der Freien Universität Berlin und lebt heute als freie Autorin in Berlin und Bremen. Ihr Interesse gilt vor allem der Politischen Philosophie, der Medientheorie und der Literatur. Sie veröffentlichte auch unter dem Namen Angela Spahr, unter anderem: Medientheorien. Eine Einführung (mit D. Kloock, 1997/2012). Seit einiger Zeit arbeitet sie u.a. an einer Reihe von Totengesprächen: Über das Alter. Ein Dialog zwischen Marcus Tullius Cicero und Philip Roth (Gegenworte 25, 2011), Totengespräche. Wer sich in die Vergangenheit begibt, führt Unterhaltungen besonderer Art (Wespennest 173, 2017).