Vortrag
Sonntag, 29.5.2005, 11h
Kleiner Saal des Konzerthauses Berlin, Gendarmenarkt 2, Berlin-Mitte

Thomas Frank

Author, New York

What’s the Matter with Kansas?

Gesprächsleitung: Mariam Lau, Berlin

Wie konnten die Konservativen das Herz von Amerika erobern? Das ist die Kernfrage nach George W. Bushs Triumph an den Wahlurnen und das fundamentale Rätsel, dem Thomas Frank sich in der Reihe American Voices zuwenden wird.

Warum wählen so viele Amerikaner gegen ihre eigenen wirtschaftlichen und sozialen Interessen? Wo ist der Aufschrei angesichts von Korruption, Selbstbereicherung und militanter Politik? Warum beschäftigen sich die Leute mehr mit vermeintlichen Verletzungen der Zehn Gebote, mit Abtreibung und Homosexualität als mit der Aussicht auf immer weiter sinkende Löhne und Gehälter oder mit dem Monopol wirtschaftlicher Macht, das ihren Wohlstand und ihre Lebensweise direkt bedroht? Warum ist das Ressentiment gegen das so genannte liberale Establishment der Ostküste stärker als das Eigeninteresse? Frank beantwortet diese Fragen, indem er die konservative Revolution in seinem Heimatstaat Kansas, dem statistisch ärmsten Staat der Union, einer scharfsinnigen und witzigen Analyse unterzieht. Wie in weiten Teilen des mittleren Amerika sind es hier gerade die Verlierer der Gesellschaft, die dem republikanischen Credo bedingungslos folgen. Die Folge ist eine erstaunliche Allianz der Ärmsten mit den Reichen.

Thomas Frank ist Herausgeber des Magazins The Baffler und regelmäßiger Kolumnist in Harper’s, The Nation und der New York Times. Neben zahlreichen Essays sind von ihm erschienen What’s the Matter with Kansas? How Conservatives Won the Heart of America (2004, dt. Was ist mit Kansas los?), One Market Under God (2000, dt. Das falsche Versprechen der New Economy. Wider die neoliberale Schönfärberei) und The Conquest of Cool (1997).

Eine Veranstaltung des Einstein Forums, gefördert durch das Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), in Zusammenarbeit mit dem Berlin Verlag, dem Konzerthaus Berlin und dem Tagesspiegel sowie mit Unterstützung der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin.