Susan Neiman
Nennen wir es böse. Die Politik unserer Zeit verstehen
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Zum Auftakt unserer Reihe “What’s to Celebrate?“, die des 250. Geburtstags der Vereinigten Staaten gedenkt, wird Susan Neiman ihr neues Buch Nennen wir es Böse im Gespräch mit Bernd Greiner vorstellen. Das Buch wurde von Donald Trump inspiriert, aber er ist nicht dessen Hauptthema. Die Leitfrage ist eher, wie konnte ein Mensch, dessen Verbrechen schon in der ersten Amtszeit für alle sichtbar war, ein zweites Mal in das höchste Amt der USA gewählt werden? Neiman hat eine philosophische Analyse der Ideen unternommen, die nicht nur in der amerikanischen Kultur zu Selbstverständlichkeiten geworden sind. Denn ein Rechtsstaat ist nur möglich, wenn eine Mehrheit seiner Bürger bereit ist, das Recht zu akzeptieren, auch wenn es gegen ihre Eigeninteressen verstößt. Die Entscheidung, sich dem Recht zu beugen, ist eine moralische – und gerade sie fehlt in den USA. Bernd Greiner analysiert in seinem Buch Weißglut (2025) ähnliche ideologische Tendenzen aus der Perspektive eines der besten deutschen Kenner der amerikanischen Geschichte.
Susan Neiman war von 2000–2026 Direktorin des Einstein Forums. Geboren in Atlanta, Georgia, studierte sie Philosophie an der Harvard University und der Freien Universität Berlin und promovierte 1986 in Harvard bei John Rawls. Sie war Philosophieprofessorin an der Yale University und der Tel Aviv University, bevor sie die Leitung des Einstein Forums übernahm. Sie ist Autorin von zehn Büchern, die in fünfzehn Sprachen übersetzt wurden, wie auch über hundert Artikeln in der New York Review of Books, The New York Times, The Guardian, Die Zeit, Der Spiegel und anderen Zeitschriften. Neiman ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der American Philosophical Association. Derzeit ist sie Visiting Fellow am Remarque Institute der New York University. Weitere Informationen unter: www.susan-neiman.com
