Vortrag
24.5.2016, 19h

Carlos Fraenkel

James McGill Professor of Philosophy and Jewish Studies, McGill University, Montreal

Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt

Gesprächsleitung: Prof. Dr. Susan Neiman, Potsdam

Was halten palästinensische Studenten von Platon? Was sagt die griechische Philosophie Bewohnern brasilianischer Slums oder jungen Muslimen in Indonesien. Carlos Fraenkel ist an Brennpunkte politischer, religiöser und sozialer Konflikte gereist, um dort Grundsatzfragen zu diskutieren: Was heißt Gerechtigkeit? Gibt es eine Rechtfertigung für Gewalt? Steht über dem menschlichen ein göttliches Recht? Die Philosophie kann die Gegensätze zwischen Religionen und Kulturen nicht aufheben. Aber sie zeigt uns, wie wir Positionen begründen und Argumente austauschen können – was in einer Welt der Sprachlosigkeit und Gewalt viel bedeutet. Ein großartiger Beweis für den praktischen Nutzen der Philosophie.

Carlos Fraenkel ist James McGill professor of philosophy and Jewish studies an der McGill University in Montreal. Zuletzt erschien von ihm: From Maimonides to Samuel ibn Tibbon. The Transformation of the Dalālat al-Ḥā’irīn into the Moreh ha-Nevukhim (Hebrew, Magnes Press, 2007), Philosophical Religions from Plato to Spinoza. Reason, Religion, and Autonomy (CUP, 2012) sowie Teaching Plato in Palestine. Philosophy in a Divided World (Princeton University Press, 2015). Seine Essays und Buchbesprechungen erscheinen u.a. in der LRB, Nation, New York Times, TLS. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Shlomo Pines Prize for Outstanding Young Scholars from the Hebrew University in Jerusalem, das William Dawson Scholarship der McGill University und den Mavis Gallant Preis für Non-Fiction. Weitere Informationen finden Sie unter carlosfraenkel.com.