Podiumsdiskussion
Donnerstag, 29.6.2017, 19h

Bettina Stangneth, Willi Winkler

Luther, Tod und Teufel

Bettina Stangneth, Philosophin, Hamburg, im Gespräch mit Willi Winkler, Publizist, München

„Warum eine Luther-Biografie? War der nicht ein Antisemit?“ – Keine Fragen hat Willi Winkler häufiger gehört, seit im letzten Jahr sein Buch Luther – Ein deutscher Rebell erschienen ist. Obwohl nicht nur die protestantische Kirche in Deutschland das Jahr 2017 groß als 500jähriges Reformationsjubiläum feiert, scheint der Reformator selbst seinen Verehrern suspekt. Sollte man da nicht erst recht Genaueres über Martin Luther wissen wollen als die alten Märchen von der heiligen Bekehrung zu Stotternheim und vom Thesenanschlag? Und warum stellt eigentlich niemand die Frage nach der Rechtfertigung, wenn es sich um ein weiteres Hitler-Buch handelt?
Anlass genug also, zwei erfahrenen Biografen zuzuhören, die gemeinsam über Luther und unsere so ungleich verteilte Neugier auf Lebensgeschichten nachdenken.

Willi Winkler, Journalist und Sachbuchautor, hat unter anderem über Karl Philipp Moritz, Bob Dylan und die RAF geschrieben. Er war Redakteur der Zeit, Ressortchef Kultur beim Spiegel und schreibt heute für die Süddeutsche Zeitung. 1998 erhielt er den Ben-Witter-Preis, 2010 den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus. 2016 erschien Luther – Ein deutscher Rebell.

Dr. Bettina Stangneth, im bürgerlichen Beruf Philosophin, veröffentlichte neben ihrem Buch über Adolf Eichmann (Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders, 2011; Tb. 2014) Beiträge zur Biografie von Immanuel Kant und Saul Ascher.