Vortrag
Donnerstag, 25.1.2018, 19:00h

Dirk Gieselmann, Armin Smailovic

Atlas der Angst. Die Vermessung eines Gefühls

„Krise. Terror. Krieg. Angst. Im Sommer 2016 wurden die schlechten Nachrichten häufiger, wie Schilder, wenn man sich einer Stadt nähert. Sie lasen sich wie die Vorzeichen einer großen Veränderung, womöglich waren sie sogar schon die Veränderung selbst: Das letzte Kapitel der Geschichte eines Landes, wie wir es kannten, und das erste Kapitel der Geschichte eines neuen, anderen. Wir beschlossen, dieses Land noch einmal zu bereisen und zugleich zum ersten Mal. Wie endet es? Und was entsteht daraus? Im Juli brachen wir auf. Es war ein heißer Tag in Berlin, die Sonne stand am Himmel wie ein falscher Diamant im Schaufenster.“
Das Ergebnis dieser Reise zu 100 Orten in Deutschland haben der Fotograf Armin Smailovic und der Autor Dirk Gieselmann in ihrem Buch Atlas der Angst dokumentiert. In dem Vortrag berichten beide über ihre Ergebnisse, aber auch über ihre Arbeit an dem Buch.

Dirk Gieselmann, geboren 1978, Redakteur beim Magazin DUMMY, vorher zehn Jahre bei 11FREUNDE, Gewinner des Henri-Nannen- und des Deutschen Reporterpreises. 2013 ist sein Buch Und nun zum Wetter: 100 Jahre Weltgeschichte im Liveticker im Rowohlt-Verlag erschienen.
Armin Smailovic, geboren 1968, studierte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie, München. Sein erster größerer Auftrag führte ihn 1991–93 nach Kroatien. 2014 gewann er den Hansel-Mieth-Preis – Journalistenpreis für engagierte Bild- und Textreportagen, 2010 und 2013 den Lead Award, 2016 den 9. Marler Medienpreis für Menschenrechte von Amnesty International.
2017 erschien der Atlas der Angst von Dirk Gieselmann und Armin Smailovic, vorabgedruckt im ZEITmagazin und bei ZEITonline, im selben Jahr war eine Bühnenversion am Thalia Theater Hamburg zu sehen.