Vortrag
Mittwoch, 19.6.2013, 19h
Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9 -14, 10969 Berlin

Peter Beinart

Associate Professor of Journalism and Political Science, City University of New York

American Jews and Israel

Gesprächsleitung: Prof. Dr. Susan Neiman, Potsdam

Israel ist die einzige etablierte Demokratie im Nahen Osten, doch die fortdauernde Besetzung und illegale Besiedlung der 1967 eroberten Gebiete hinterlassen ihre Spuren, auch im Verhältnis amerikanischer Juden zu Israel. Anders als noch vor 50 Jahren besteht das Problem nicht mehr in der Schwäche des jüdischen Volkes. Vielmehr ist die wichtigste Aufgabe der Gegenwart, mit der Macht, die der jüdische Staat besitzt, richtig umzugehen. Dieser Herausforderung werden weder die israelische Regierung noch die amerikanischen jüdischen Organisationen gerecht. In Israel wird die Demokratie durch die Besatzungspolitik unterhöhlt. In den USA entfremdet die kritiklose Unterstützung der israelischen Politik durch Lobby-Organisationen wie AIPAC viele junge liberale Juden dem Zionismus; schon in der nächsten Generation könnten die jüdischen Organisationen in Amerika von Ultraorthodoxen dominiert werden. Beides zusammen könnte das Ende für den Traum liberaler Zionisten bedeuten: Den von einem Staat, der das jüdische Volk schützt und gleichzeitig demokratisch ist.

Peter Beinart ist Journalist und Professor für Politikwissenschaft an der City University in New York. Er gibt den Internet-Blog Open Zion heraus und schreibt regelmäßig für The Daily Beast und die großen amerikanischen Magazine und Zeitungen. 2010 erschien The Icarus Syndrome. A History of American Hubris. Die deutsche Übersetzung seines Buchs The Crisis of Zionism (2012) hat der C.H. Beck Verlag gerade unter dem Titel Die amerikanischen Juden und Israel. Was falsch läuft veröffentlicht.

Veranstaltung in englischer Sprache

In Kooperation mit der Stiftung Jüdisches Museum Berlin und dem Verlag C.H. Beck