Tagung
Freitag, 26.6. – 27.6.2015

The Seduction of Banality. Evil Reconsidered

Was ist tiefgründiger: Gut oder Böse? Hannah Arendts These von der Banalität des Bösen war der Versuch, das Böse zu entmystifizieren. Wie kaum ein anderes philosophisches Werk des 20. Jahrhunderts hat Eichmann in Jerusalem heftige Kontroversen ausgelöst. Bettina Stangneth hat nun mit der akribischen Analyse tausender, auch bislang unentdeckter Dokumente die internationale Diskussion wieder neu entfacht. Eichmann war in der Tat kein gedankenloser Mensch, sondern überzeugter Antisemit. Dieser Befund schließt allerdings weder die Existenz des banal Bösen aus, noch werden durch ihn die Argumente von Arendts polemischen Kritikern gestärkt. Mit neuem philosophischem Rüstzeug sollen die verschiedenen Formen des Bösen untersucht werden. Wie sollen wir dem Bösen begegnen — dem banalen wie dem nicht so banalen?

Konzeption: Susan Neiman, Potsdam
Teilnehmer: Jeffrey Andrew Barash, Paris; Omer Bartov, Providence; Jay Bernstein, New York; Michelle-Irène Brudny, Paris; Mary Fulbrook, London; Raimond Gaita, Melbourne; Philip Gourevitch, New York; Avishai Margalit, Jerusalem; David Mikics, Houston; James Ponet, New Haven; Bettina Stangneth, Hamburg; Jessica Stern, Cambridge, Mass.; Willi Winkler, München

Veranstaltung in englischer Sprache