Internationale Tagung: Victims and Losers
Wissenschaftliche Leitung: Susan Neiman und Martin Schaad, Potsdam
Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.
Kaum eine öffentliche politische, historische oder auch kulturkritische Debatte kommt heute ohne das Opfer aus. Ob Selbstverständnis oder Zuschreibung, der Opferstatus wird allerorten reklamiert, relativiert oder abgesprochen; materielle und immaterielle Ansprüche werden eingefordert, anerkannt oder verweigert; Identitäten werden geformt und abgegrenzt; und die jeweils begleitenden medialen, politischen, juristischen und auch akademischen Begründungsmaschinerien laufen auf Hochtouren. Unter diesem Inflationsdruck überrascht es nicht, dass Opfervergleiche an der Tagesordnung sind, und auch nicht, dass diese nicht immer nur der Relativierung dienen, sondern nicht selten die Umdeutung des Opfers in einen Verlierer zum Ziel haben.
Unter welchen Bedingungen bedient man sich des Opferbegriffs zur Selbstbeschreibung oder akzeptiert ihn als Bezeichnung für andere? Wann werden Betroffene dagegen als unglückliche Verlierer oder gar als Versager betrachtet; wann sehen sie sich selbst eher als Verlierer denn als Opfer? Lassen sich diese Begriffe überhaupt sinnvoll gegeneinander abgrenzen, oder gewinnen sie ihre Bedeutung notwendigerweise erst im Einzelfall? Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.
Tagungsprogramm
Freitag, 9. Juni
9:30 Uhr Dr. Martin Schaad (Potsdam) You Play, You Pay
10:30 Uhr Diskussion Victim Cultures Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma (Hamburg) Prof. Dr. Bernhard Schlink (Berlin)
13:00 Uhr Pause
15:00 Uhr Konstanty Gebert (Warschau) Poles and Jews. A Comparative and Competitive Martyrology
17:00 Uhr Diskussion Victim Comparisons Abed Azzam (Jerusalem/Berlin) Huub Buise (Den Haag) Dr. Constanze Stelzenmüller (Berlin)
19:30 Uhr Empfang und Ausstellung „Exodes contemporains “ in Anwesenheit der Künstlerin Catherine Van den Steen (Paris)
Samstag, 10. Juni
13:00 Uhr Prof. Dr. Anthony Grafton (Princeton) Melos and the Historians. Reflections on a Classical Defeat
14:30 Uhr Kaffeepause
15:00 Uhr Prof. Dr. Eva Illouz (Jerusalem) The Glamour of Misery
16:30 Kaffeepause
17:00 Uhr Diskussion Heroes or Losers? Prof. Dr. Aleida Assmann (Konstanz) Dr. Hans Magnus Enzensberger (München) Prof. Dr. Christoph Markschies (Berlin) Prof. Dr. Susan Neiman (Potsdam) Prof. Dr. David Shulman (Jerusalem)
19:30 Uhr Ende
Texte zur Konferenz:
  Â
   Martin Schaad
   Victims and Losers (PDF)
   Yehuda Elkana
   The Need to Forget (PDF)
Â
   Hans Magnus Enzensberger
   The Radical Loser
 Â
   Susan Neiman
   Moral Clarity - Facing Gallows
  Â
   Jan Philipp Reemtsma
   The Cultural Background to the Changing Perception of Victims
   (Übersetzung des 2. Kapitels aus: Jan Philipp Reemtsma/Winfried Hassemer, Verbrechensopfer. Gesetz und Gerechtigkeit,C. H. Beck Verlag, München 2002)
  Â
- Start
- Programm
- Archiv
- Was wir sind
- Wer wir sind
- Albert Einstein-Stipendium
- Virtuelles Einstein Forum
- Die fünf Sinne
- Passion(s) in Culture(s)
- Hiobs Botschaften
- On Trust
- Translating Atonement
- Talking Brains
- Die Parteilichkeit der Wissenschaft
- The Imagination of Politics
- The Future of Character
- Victims and Losers
- 2006 – Ein Pilzjahr
- Paradigm Potsdam?
- American Voices
- Vom Selbstverständnis der Naturwissenschaften
- Publikationen
- Kontakt
- Einsteinhaus

