Victims and Losers

Fliehende Afrikaner vor bedrohlichem rotschwarzen Hintergrund, Gemälde von Catherine van den Steen
Africa, Flight, Catherine van den Steen, 2002

Wissenschaftliche Leitung:
Susan Neiman und Martin Schaad,
Potsdam Freitag, 9. Juni - Samstag, 10. Juni 2006

Kaum eine öffentliche politische, historische oder auch kulturkritische Debatte kommt heute ohne das Opfer aus. Ob Selbstverständnis oder Zuschreibung, der Opferstatus wird allerorten reklamiert, relativiert oder abgesprochen; materielle und immaterielle Ansprüche werden eingefordert, anerkannt oder verweigert; Identitäten werden geformt und abgegrenzt; und die jeweils begleitenden medialen, politischen, juristischen und auch akademischen Begründungsmaschinerien laufen auf Hochtouren. Unter diesem Inflationsdruck überrascht es nicht, dass Opfervergleiche an der Tagesordnung sind, und auch nicht, dass diese nicht immer nur der Relativierung dienen, sondern nicht selten die Umdeutung des Opfers in einen Verlierer zum Ziel haben.Unter welchen Bedingungen bedient man sich des Opferbegriffs zur Selbstbeschreibung oder akzeptiert ihn als Bezeichnung für andere? Wann werden Betroffene dagegen als unglückliche Verlierer oder gar als Versager betrachtet; wann sehen sie sich selbst eher als Verlierer denn als Opfer? Lassen sich diese Begriffe überhaupt sinnvoll gegeneinander abgrenzen, oder gewinnen sie ihre Bedeutung notwendigerweise erst im Einzelfall?

Texte zur Konferenz:

Martin Schaad
Victims and Losers
(PDF)

Yehuda Elkana
The Need to Forget
(PDF)

Hans Magnus Enzensberger
The Radical Loser


Susan Neiman
Moral Clarity - Facing Gallows


Jan Philipp Reemtsma
The Cultural Background to the Changing Perception of Victims

(Übersetzung des 2. Kapitels aus: Jan Philipp Reemtsma/Winfried Hassemer, Verbrechensopfer. Gesetz und Gerechtigkeit,C. H. Beck Verlag, München 2002)



Martin Schaad
You Play, You Pay
(RealPlayer-Video)
(läßt sich nur mit einem leistungsstarken Computer abspielen)