Die mühselige Rückkehr der Rhetorik nach Deutschland

Dieter Simon

Professor für Rechtsgeschichte; ehem. Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin

Gesprächsleitung:  Prof. Dr. Susan Neiman, Potsdam

 


Aufklärung und Naturwissenschaften haben der Rhetoriktradition, die Mittelalter und Renaissance auf den antiken lateinischen und griechischen Trümmern aufgebaut hatten, ein rasches Ende bereitet. Der Untergang war ein gesamteuropäisches Phänomen, wenngleich es in Deutschland mit besonderem Nachdruck besorgt wurde. Im 20. Jahrhundert beginnt eine Rückbesinnung auf die Rhetorik, die in Deutschland in den frühen 50er Jahren einsetzt, schwerfällig und gegen allerlei Widerstände in Bewegung gerät, den erforderlichen Schwung, die persuasive Kunst der Überzeugung benötigt, aber bislang noch nicht erreicht hat.

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Dieter Simon, geb. 1935, Studium der Jurisprudenz, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und München; 1968-1991 Professor für Zivilrecht und Römisches Recht Universität Frankfurt/M.; 1995-2005 Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte: Byzantinisches Recht, Rechtstheorie und Wissenschaftspolitik.

Dienstag, 24. Januar 2006