In Praise of Illusion

Ivan Soll Professor of Philosophy, University of Wisconsin, Madison

Gespr├Ąchsleitung: Dr. Matthias Kro├č, Potsdam


Wir neigen dazu, alle Arten von Illusionen einfach in einen Topf zu werfen und sie als Erfahrungen oder ├ťberzeugungen zu betrachten, die uns irreleiten und die wir daher vermeiden sollten. Ich m├Âchte diese grobe Vorstellung von Illusionen genauer analysieren, um der weit verbreiteten negativen Einstellung ihnen gegen├╝ber entgegenzuwirken. Ich werde dazu zwischen verschiedenen Ph├Ąnomengruppen von Illusionen unterscheiden, einmal um genauer zu sehen, auf welche Weise und bis zu welchem Grade illusion├Ąre Erfahrungen zu irrigen ├ťberzeugungen f├╝hren, und zum anderen, um zu bestimmen, welche Arten irriger ├ťberzeugungen Illusionen erzeugen. Schlie├člich werde ich mich mit Illusionen besch├Ąftigen, die f├╝r uns einen positiven Wert und gro├če Bedeutung haben ÔÇô zumindest den Aussagen einiger Philosophen zufolge. Ich beziehe mich dabei auf Descartes, Kant, Schopenhauer und Nietzsche sowie einzelne ├ästhetiker. Mein Ziel besteht darin, einen differenzierteres Bild von der Illusion zu zeichnen und f├╝r eine positivere Haltung gegen├╝ber zumindest einigen Arten von Illusionen zu werben.
   
Prof. Ivan Soll studierte Philosophie in Princeton, Harvard und M├╝nchen und ist Professor f├╝r Philosophie an der Universit├Ąt Wisconsin-Madison. Gastaufenthalte in Gie├čen, Auckland und Istanbul sowie Florenz, London und Budapest. Seine Forschungsschwerpunkte sind: deutsche und franzische Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, Kunst- und Literaturtheorie, philosophische Psychologie und die Philosophie des Lebens und des Sterbens. Er publizierte ├╝ber Kant, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Sartre und Freud. Daneben ist er als Buchk├╝nstler t├Ątig und verlegt zusammen mit seiner Frau Marta Gomez die Tiramisu Press.
Ver├Âffentlichungen: ÔÇťAttitudes toward Life: the Existential Project of Nietzsche's Philosophy," in: International Studies in Philosophy (2002); "On the Death of the Author: A Premature, Postmodern Postmortem," in: The Dialogue. Yearbook of Philosophical Hermeneutics (2002).